Ayurvedische Tipps Für Mehr Hormonelles Gleichgewicht

Unser hormonelles Gleichgewicht und ein regelmäßiger Zyklus sind eng mit einem achtsamen Umgang mit dem Körper verbunden. Wir würden wahrscheinlich alle sehr davon profitieren, uns die Tage vor und nach unserer Menstruation freizunehmen oder zumindest anstrengende Termine abzusagen. Wie realistisch und umsetzbar ist das?

Nicht besonders finde ich. Zu voll ist der Terminkalender, zu viele Lebensbereiche fordern uns oft gleichzeitig und zu unfrei sind wir häufig in unserer Zeitgestaltung. Wir können wir Frauen trotzdem auf uns achten, uns nähren, erden und einen regelmäßigen und schmerzfreien Zyklus unterstützen? Hier kommt meine Kombination aus ayurvedischen Ernährungsprinzipien, Kräutern und Stressmanagement, die Dir eine ganzheitliche und einfach umsetzbare Möglichkeit geben, um Deine hormonelle Gesundheit zu stärken.

Genügend Bausteine für Progesteron und Östrogen ermöglichen

Hast Du nach ein paar anstrengenden Wochen schon einmal eine verzögerte Blutung gehabt? Oder ist Deine Menstruation in einer körperliche oder emotional anstrengenden Zeit sogar ganz ausgeblieben? Eine Ursache kann sein, dass Dein Körper in dieser Zeit nicht genügend Bausteine zur Verfügung stehen hatte, um Östrogen und Progesteron zu produzieren. Du kannst es Dir so vorstellen, dass Cortisol, Östrogen, Progesteron und auch Testosteron aus demselben Grundbaustein namens Colesterin bestehen. Sind wir nicht übermäßig gestresst, so steht genug Colesterin zur Verfügung, um genug große Mengen all dieser Hormone zu produzieren. Wenn wir jedoch übermäßigen oder chronischen Stress erleben und unser Körper dafür mehr Cortisol benötigt, dann wird er sich immer dafür entscheiden die Cortisolproduktion hochzufahren, denn das bewältigen von Stress wird von unserem Gehirn als wichtiger eingestuft, als die eigene Fortpflanzung. In Folge dessen werden zu viele Colesterin-Bausteine für die Produktion von Cortisol verwendet und es bleibt nicht genug übrig, um ausreichend Progesteron und Östrogen zu produzieren. Wie wir überdauernd hohe Cortisol-Spiegel senken können und so wieder hormonelles Gleichgewicht herstellen können, das erkläre ich in diesem Video.

Äußere Routinen stärken innere Routinen

Wer kennt es nicht: einen voller Alltag, unterwegs Essen, zu wenig Schlaf und multitasking. Passiert dies ab und zu mal, ist es für unseren Hormonhaushalt mit Sicherheit verkraftbar. Auf Dauer macht das ständige Beschäftigtsein und ein sich ständig verändernder Alltag aber etwas mit uns, unserem Gehirn und in Folge dessen auch unseren Hormonen. Unser Gehirn liebt Routinen, denn Routinen geben ihm Sicherheit. Dann hat es Zeit, um sich Reparaturprozessen im Körper zu widmen und den Hormonhaushalt zu regulieren. Eine Möglichkeit, um unserem Gehirn und Nervensystem mehr Sicherheit zu signalisieren, ist durch äußere Routinen. Und damit meine ich jetzt keine einstündige Morgenroutine. Denn sind wir ehrlich, dafür hat niemand Zeit. Wirksame Routinen sind solche, die uns nicht noch mehr Stress aufladen sondern und Belastung abnehmen, indem wir kein weiteres to do auf unsere Liste aufnehmen oder ständig eine Entscheidung treffen müssen, was wir nun als nächstes tun. Hier kommen meine Ideen, wie Du durch äußere Routinen Deinen körper entlasten kannst, damit er mehr Kapazität hat um sich der Produktion und Regulation von Hormonen zu widmen: Gehe jeden Tag ungefähr zur selben Uhrzeit ins Bett, trinke morgens nach dem Aufstehen ein Glas warmes Wasser, esse jeden Tag ungefähr zur selben Zeit, nimm dir abends im Bett Zeit für eine Atemübung wie die Alveolen-Atmung, die Wechselatmung oder die summende Atmung.

Gewürze und Kräuter für mehr hormonelle Balance

Gewürze und Kräuter sind wie kleine Kraftpakete aus der Natur, die wunderbar ausgleichende, wärmende und sogar adaptogene Wirkungen auf uns uns unser Hormonsystem haben. Hier kommen zwei meiner liebsten Kräuterlein zur Unterstützung des Hormonsystems.

Kurkuma ist eines der wirkungsvollsten entgiftensten und entzündungshemmenden Gewürze überhaupt. In unserem Körper unterstützt es die Leber, die für den Abbau überschüssiger Hormone zuständig ist und fördert so unser hormonelles Gleichgewicht. Ich trinke Kurkuma fast jeden Abend zusammen mit Ashwaganda in meiner Mellow Milk, verbacke ihn in goldenem Granola oder schneide ihn zusammen mit Ingwer, Zitrone und einer paar Pfefferkörnern in meine Teekanne.

Bei einem unregelmäßigen, ausbleibenden oder schmerzhaften Zyklus greift die ayurvedische Medizin regelmäßig zu Shatavari. Shatavari wird adaptogen, das heißt es unterstützt unsere Körper darin, auf Stress zu reagieren und kann so trotz erhöhter Cortisolspiegel helfen, Östrogen und Progesteron ins Gleichgewicht zu bringen. Laut ayurvedischer Prinzipien besitzt Shatavari kühlende Eigenschaften. Ich setze es deshalb gerne zur Linderung entzündlicher Prozesse oder auch zu starker Blutungen ein. Shatavari hat phytoöstrogene Eigenschaften, das heißt, es enthält pflanzliche Stoffe, die im Körper östrogenähnlich wirken und so den natürlichen Rückgang des Hormons ausgleichen können. Deshalb kann Shatavari insbesondere auch in den Wechseljahren eine hilfreiche Unterstützung sein, wenn die Östrogenspiegel sinken.

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